Silberwissen

Die wichtigsten Silbervorkommen befinden sich in Nordamerika (Mexiko, den USA und Kanada) und in Südamerika (Peru, Bolivien). Mit rund 30 % der globalen Förderung war Peru 2009 der weltweit größte Silberproduzent.

Im Jahr 2011 förderte Mexiko mit 4500 t weltweit das meiste Silber. China konnte seine Produktion in den letzten 3 Jahren um mehr als 50 % steigern.

Wie bei der Goldgewinnung kann Silber durch Amalgamation und Zyanidlaugung gewonnen werden. Um das Silber aus den unterschiedlichen Erzen zu gewinnen, mussten im Laufe der Zeit verschiedene hüttentechnische Verfahren entwickelt werden.
Amalgamation
Die Amalgamation oder auch Amalgierung ist ein Verfahren zur Gewinnung von Silber mittels Quecksilber. Wie bei der Goldgewinnung werden auch hier die Erze mit Quecksilber gemischt. Das Quecksilber bildet mit Silber eine Legierung. Die Verbindung wird erhitzt, das Quecksilber entweicht, so dass Silber übrig bleibt. Bedenklich ist dieses Verfahren, wenn es als offenes System angewendet wird, aus dem das Quecksilber in die Umgebung entweichen kann und die Umwelt belastet. Bei geschlossenem Verfahren kann das Quecksilber aufgefangen und in den Prozess zurückgeführt werden.

Hüttentechnische Verfahren
Das Rösten der Erze ist ein altes Hüttenverfahren. Silbererzen und silberhaltiger Bleiglanz (Bleisulfid PbS) wurden unter freiem Himmel erhitzt (geröstet), wobei Silberoxide entstanden. Das geröstete Erz wurde mit Holzkohle unter Luftzusatz und Zusatz von Blei bzw. Bleioxid in Schachtöfen geschmolzen. Das Silber reicherte sich im Werkblei an. Auf dem Treiberherd wurde das Werkblei erneut aufgeschmolzen (verbleiendes Schmelzen), wobei oberflächlich Bleioxid entstand. Nachdem das letzte Blei oxidiert war, riss die graue Haut auf und es erstrahlte das flüssige Silber – der Silberblick. Das Blicksilber wurde nochmals umgeschmolzen zum Feinsilber.

Bei der Elektrolyse des Kupfers aus Kupfererzen, die zusätzlich Silber enthalten, bleibt das Edelmetall im Anodenschlamm übrig. Dieser Schlamm wird getrocknet und mit heißer Schwefelsäure behandelt, anschließend wird das Silber geschmolzen und über eine elektrolytische Raffination getrennt.

Beim Verhütten von silberhaltigen Bleierzen im Parkes-Verfahren entsteht silberhaltiges Blei (Werkblei). Dieses Blei wird mit Zink versetzt, das das Silber bindet und abgeschöpft werden kann. Anschließend wird das Zink verdampft, die Blei-Silber-Mischung wird erhitzt und mit Luft versetzt. Das oxidierte Blei fließt ab, bis das Silber durchbricht. Das Silber wird in einer Elektrolyse aufgereinigt.

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Silber ist vor allem in industriellen Fertigungs-Prozessen vielseitig einsetzbar. Schon seit Jahrhunderten findet es Anwendung in unterschiedlichen Bereichen. Seine spezifischen Eigenschaften grenzen Silber von anderen Metallen ab. Silber wirkt:
 –    elektrisch leitend
 –    abschirmend
 –    antistatisch
 –    antibakteriell
 –    geruchshemmend
 –    hautschonend
 –    wundheilend
 –    temperaturregulierend
Gesundheitliche Auswirkungen von Silber
Lösliche Silbersalze (besonders AgNO3) sind in Konzentrationen von bis zu 2g lebensgefährlich (0,070 Unze). Silberverbindungen können vom Körpergewebe aufgenommen werden, wodurch die Hautpigmente sich bläulich oder schwarz verfärben können (argiria).

Silberhaltige flüssige Verbindungen können schlimme Hornhautverletzungen verursachen, wenn die Flüssigkeit mit den Augen in Berührung kommt. Wiederholter und längerer Kontakt mit der Haut kann allergische Hautentzündungen verursachen.

Das Einatmen hoher Konzentrationen von Dämpfen kann Übelkeit, Atembeschwerden, Kopfschmerzen oder Entzündungen der Atemwege verursachen. Extrem hohe Konzentrationen können zur Müdigkeit, Schwindel, Koordinationsverlust, Bewußtlosigkeit bis hin zum Koma oder Tod führen.
Flüssigkeiten oder Dämpfe können auch zur Entzündungen der Augen, des Kehlkopfes oder der Lungen führen. Absichtliche Fehlanwendungen und Inhalationen von Überdosen können schädlich bis tödlich sein.
Silber ist mäßig giftig.

Die Symptome einer Vergiftung sind:

– Verdauungsprobleme
– Übelkeit
– Erbrechen
– Durchfall
– und Bewußtlosigkeit.

Beim Verschlucken des Materials bzw. beim Erbrechen kann es zur Lungenentzündung kommen, welche tödlich enden kann.

Folgende Auswirkungen auf Versuchstiere sind als Ursache chronischer Erkrankungen durch Silber oder seiner Bestandteile nachgewiesen worden:

– Nierenschäden
– Augenschäden
– Lungenschäden
– Leberschäden
– Anämie
– Gehirnschäden

Folgende Effekte des Menschen sind als Ursache chronischer Erkrankungen durch Silber oder seiner Bestandteile anzunehmen:

– Herzrhythmusstörungen
– Wiederholtes und verlängertes Ausgesetztsein gegenüber silberhaltigen Lösungsmitteln kann zu
dauerhaften Schäden des Gehirns und Nervensystems führen.
– Das Potential von Methyl-Ethylketon oder Hexan als Nervengift zu wirken, besonders, wenn beide
gleichzeitig auftreten, kann durch wiederholten Kontakt mit Haut oder Atemwegen verstärkt werden.

Umwelttechnische Auswirkungen von Silber
Für Informationen über

– Umwelteffekte
– Effekte auf Organismen in Labor/Feldversuchen
– Giftigkeit der Silberverbindungen gegenüber aquatischen Lebewesen
– wissenschaftliche Ergebnisse

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Die Silberverwendung beschränkte sich über Jahrtausende auf den Einsatz in Schmuck, später Münzen und Tafelsilber. Seit einem halben Jahrhundert fragt die Industrie sehr stark Silber für medizinische, elektrische, elektronische, optische und chemische Verwendungszwecke nach. Diese industrielle Verwendung verbraucht im Jahr 2013 rund die Hälfte des weltweit geförderten Silbers.

Silberverwendung innerhalb des Geld- und Anlagesystems

Silbermünzen sind in etwa so alt wie Goldmünzen, existieren also nachweislich seit mindestens 2.500 Jahren. In dieser Form Verwendung Silber
Die Verwendung von Silber beschränkt sich nicht nur auf Münzen waren Silbermünzen wichtige Kurantmünzen (Umlaufmünzen), deren Wert in Silber gleichzeitig dem Zahlungswert entsprach. Das gibt es im 21. Jahrhundert nicht mehr, denn keine der (offiziell als Zahlungsmittel zugelassenen) Anlagemünzen trägt ein Nominal (aufgeprägten Nennwert), der auch nur annähernd dem enthaltenen Feinsilbergehalt entspricht. Gebunden sind solche Münzen immer an den aktuellen Silberkurs. Zur Veranschaulichung: Im Sommer 2013 kostet ein Wiener Philharmoniker mit dem Gewicht einer Feinunze Silber rund 19 bis 20 Euro, das aufgeprägte Nominal beträgt jedoch nur 1,50 Euro. Das lässt sich begründen, denn Silber war noch bis in die 1970er Jahre sogar billiger als 1,50 Euro pro Feinunze. Das bedeutet, Anlagemünzen aus Silber sind eine physische Wertanlage wie etwa Schmuck und durch die Mehrwertsteuerregelung sogar für Privatsammler wertvoller als Silberbarren. Innerhalb der Schmuckherstellung nimmt Silber traditionell die Doppelrolle eines besonders schönen und gleichzeitig werthaltigen Metalls ein, an dieser Rolle hat sich seit Jahrtausenden nichts geändert. Eine weitere Doppelrolle kommt dem Silber als Tafelsilber zu, wo es Gebrauchsgegenstand und Wertanlage gleichzeitig ist. Nicht zu unterschätzen ist die Rolle des Silbers für Sportmedaillen, Zweitplatzierte erhalten eine Silbermedaille, doch auch die Goldmedaille besteht eigentlich aus vergoldetem Sterlingsilber der Legierung 925/1000.

Industrielle Silberverwendung

Schon seit rund 200 Jahren werden Querflöten aus Silber hergestellt, das für einen warmen Ton sorgt, Streichersaiten gibt es etwa seit den 1980er Jahren mit Silberumspannung. Die Industrie entdeckte und verwertete die elektrische und thermische Leitfähigkeit von Silber ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts für sich, die optischen Eigenschaften – also der höchste Reflexionsgrad aller Stoffe – wurde in der Spiegelherstellung schon vor Jahrhunderten verwertet. Die optischen Eigenschaften kommen heute in der Fotoindustrie, bei Christbaumschmuck, Spiegeln, Wärme- und Lichtreflektoren zum Einsatz. Die chemische Industrie nutzt Silber für Fotopapier, Kleber und Katalysatoren, die Elektrotechnik für Lotlegierungen, Leitmaterial auf Leiterplatten und in Relais, die Elektronik setzt diese Anwendungen im Mikrochipbereich fort. Auch die Raumfahrt nutzt Silber für optische, chemisch-physikalische und elektronische Anwendungen, eine große Bedeutung hat das Edelmetall zudem in der Medizintechnik. Silber ist antibakteriell, was die Silberverwendung für klinisch reine Schichtverbände (kolloidales Silber), als Nanosilber und Silberfaden nahelegt. Endoskopische Tuben sind silberbeschichtet, auch Kosmetika und Arzneimittel gegen Hautpilz und Schuppen enthalten Silber. Knochen können durch Silberplatten ersetzt werden. Diese Silberverwendungen befinden sich teilweise noch im Probestadium.

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